Heute ist Albrecht Weinberg, Überlebender des Holocaust und des NS-Terrors, im Alter von 101 Jahren verstorben.
Albrecht Weinberg war Ehrenbürger seines Geburtsorts Rhauderfehn sowie der Städte Leer und Nordhausen. Bis zuletzt kämpfte er gegen das Vergessen der nationalsozialistischen Verbrechen, sprach vor großem Publikum über sein Leben und seine Erfahrungen und verfolgte noch an seinem Geburtstag im März die Premiere des Dokumentarfilms „Es ist immer in meinem Kopf“ aus der ersten Reihe.
Er überlebte die Konzentrationslager Auschwitz, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen. Viele Mitglieder seiner Familie wurden von den Nationalsozialisten ermordet.
Nach dem Krieg kehrten Albrecht Weinberg und seine Schwester Friedel Deutschland den Rücken und emigrierten in die USA.
Mit ihrer Rückkehr im Jahr 2012 beschenkten sie uns auf besondere Weise. Nach Friedels Tod kümmerte sich die Altenpflegerin Gerda Dänekas weiterhin liebevoll um Albrecht Weinberg. Gemeinsam bildeten sie bis zuletzt wohl die älteste WG Deutschlands – in Leer.
Auch im hohen Alter zog sich Albrecht Weinberg nicht zurück. Er setzte sich weiter für Menschlichkeit, Erinnerung und Demokratie ein. Er bewegte und inspirierte viele Menschen – auch uns.
Mit seinem Tod verlieren wir einen außergewöhnlichen Menschen, dessen klare Haltung und Herzlichkeit viele tief berührt haben.
Unsere Gedanken sind an diesem traurigen Tag bei Gerda Dänekas sowie bei allen Angehörigen, Freund*innen und Wegbegleiter*innen.
Mögen wir seinen Auftrag weitertragen und Albrecht Weinberg niemals vergessen.
Ruhe in Frieden, lieber Albrecht.
Borussias Frauen- und Herrenteam werden bei ihren kommenden Spielen am Mittwoch und Sonntag mit Trauerflor auflaufen und im Namen des gesamten Vereins seiner gedenken.
